Ein Meilenstein für die erste Generation von Studierenden der Hebammenwissenschaft

von Grit Grüttner und Prof.in Therese Werner-Bierwisch

Artikel veröffentlicht im „Journal Supervision“ des DGSv, 2/2024,
Inspirationsdienst der deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching e.V.

Extrakt:
Mit der Einführung des dualen Bachelorstudiengangs Angewandte Hebammenwissenschaft 2021 an der Hochschule Niederrhein wurde die Hebammenausbildung nicht nur akademisiert, sondern um ein zentrales Element erweitert: semesterbegleitende Supervisionsgruppen.

Diese Supervisionen unterstützen Studierende dabei, die emotional herausfordernden Praxiserfahrungen im Kreißsaal zu reflektieren – von Zeitdruck, komplexen Teamstrukturen und hierarchischen Unsicherheiten bis hin zum Umgang mit belastenden Situationen wie stillen Geburten oder Konflikten im Team.

Besonders wertvoll ist der geschützte Raum, den die Supervision bietet. Hier können Studierende offen über Überforderung, Zweifel und berufliche Identitätsfragen sprechen. Themen wie Selbstfürsorge, Konfliktbewältigung, Teamkommunikation und der Umgang mit persönlicher Vulnerabilität stehen dabei im Mittelpunkt.

Die ersten drei Jahrgänge zeigen: Supervision stärkt die Resilienz, fördert professionelle Haltung und hilft angehenden Hebammen, ihren Platz im komplexen klinischen Umfeld zu finden. Gleichzeitig unterstützt sie die Entwicklung klarer beruflicher Perspektiven – von der Arbeit in Klinik oder außerklinischen Settings bis hin zur eigenen Praxis.

Damit ist Supervision ein wesentlicher Baustein der Professionalisierung und ein wichtiger Meilenstein für die erste Generation akademisch ausgebildeter Hebammen.